Die Tausend Schuppen

Tausend Schuppen ist die Sammelbezeichnung für den kolossalen Bürokratieapparat, der das Scharlachrote Kaiserreich wirtschaftlich, politisch und sozial am Laufen hält. Der Begriff wird häufig synonym mit den Kaiserlichen Ministerien gebraucht, bezieht sich also hauptsächlich auf die verwaltenden Institutionen der kaiserlichen Bürokratie, wenngleich auch die kaiserlichen Magistrate, die Legionen und das Allsehende Auge theoretisch den Reihen der Tausend Schuppen zuzuordnen sind.

Jede Abteilung der Tausend Schuppen ist für die Abteilungen unter ihr verantwortlich und angehalten, selbst die kleinsten Verdachtsmomente hinsichtlich Korruption sofort an die Kaiserlichen Magistrate weiterzugeben. Beides ist nicht mehr als reiner Idealismus, der mit der Realität in den Tausend Schuppen nur wenig zu tun hat. In der Tat ist dieses Netzwerk an Ministerien, Büros, Sonderbeauftragten und Komitees derart ineinander verschlungen und zum Teil auch umständlich, dass die Aufgaben und Methoden der Tausend Schuppen dem gemeinen Bürger nicht immer offenkundig sind – was von den Entscheidern durchaus gewünscht ist.

Dass es so viele Überschneidungen in den Kompetenzen und Pflichten einzelner Ministerien gibt, wurde von der Scharlachrote Kaiserin zu Zeiten ihrer Herrschaft nicht nur billigend in Kauf genommen und sondern sogar gefördert, um die Macht einzelner Ministerien zu beschneiden. Diese Politik der Tausend Verschlungenen Pfade führte zu einem aufgeblähten und teils ineffektiven Bürokratieapparat, der durch die zentrale Autorität der Kaiserin jedoch stets abgefangen werden konnte. Mit ihrem Verschwinden brach dieses System zusammen. Die Rivalitäten zwischen Ministerien oder einzelnen Beamten erreichten neue Ausmaße und inzwischen widersetzen die Ministerien sich sogar erfolgreich den Magistraten, denen sie ja eigentlich Rechenschaft schuldig sind. Und wo schon zuvor die wirklich relevanten Entscheidungen in den Tausend Schuppen außerhalb des reglementierten Prozederes getroffen wurden, grassieren Willkür, Vetternwirtschaft und nicht zuletzt Meuchelmord heute unter den Tausend Schuppen wie ein wuchernder Ausschlag.

Das gemeine Volk jedoch hat ein ganz anderes Bild von der kaiserlichen Bürokratie. Mitglieder der Tausend Schuppen sind hochangesehen und genießen Privilegien, die sich viele Bauern und Bürger auch für ihre eigenen Kinder wünschen. Tatsächlich ist der Eintritt in höheren Ränge der kaiserlichen Ministerien ebenso sehr von Fürsprache und Geburtsrecht abhängig wie von Kompetenz und Fleiß. Der sicherste Weg, einen Posten in einem der Ministerien zu ergattern, ist in eines der Großen Häuser oder eine der Patrizierfamilien hineingeboren zu werden, die bereits seit Generationen in der Verwaltung des Kaiserreiches tätig sind. Per Dekret der Scharlachroten Kaiserin ist hierbei die Befehlskette innerhalb der Ministerien nicht der Vollkommenen Hierarchie unterworfen, wodurch Patrizier vor Dynasten und Sterbliche vor Drachenblütigen weisungsbefugt sein können.

Aufbau und Aufgaben

Die verschiedenen Ministerien der Tausend Schuppen haben die Aufgabe, all die Gesetzesvorlagen und Reglements der Beratenden Versammlung bürokratische Realität werden zu lassen. Die Kaiserliche Bürokratie durchdringt alle Bereiche des Lebens im Reich – kaum ein Vorgang innerhalb der Grenzen, über den nicht von Ministern und Sekretären akribisch Protokoll geführt würde. Als Referenzwerk dient den Tausend Schuppen dabei das Kaiserliche Register, ein mehrere tausend Seiten starkes Schriftstück, indem akribisch alle Gesetze, Listen, Zählungen und Präzendenzfälle der Kaiserlichen Bürokratie aufgeführt sind. Es wird ständig erweitert und unablässig von fleißigen Händen kopiert – das Original liegt in der Kaiserlichen Stadt. Alle Entscheidungen innerhalb der Tausend Schuppen werden stets mit dem Register abgeglichen und jene, die von offizieller Stelle seine Regeln interpretieren dürfen, besitzen eine hohe Autorität in allem was die Tagesgeschäfte des Reich betrifft.

Da sich die Aufgabengebiete vieler Ministerien der Tausend Schuppen überschneiden, betrifft eine bürokratische Entscheidung auch gerne mal mehrere von ihnen, was Auslöser für endlose Diskussionen und Profilierungsversuche sein kann. Aktuell reicht die Zahl der Kaiserlichen Ministerien weit über die Hundert hinaus. Die kleinsten von ihnen beschäftigen kaum mehr als eine Handvoll Beamten, während die größten die Politik des Reiches mitbestimmen und von der Beratenden Versammlung oft um ihre Meinungen ersucht werden.

Ministerien des Reiches sind unter anderem:

Die Tausend Schuppen

Im Schatten der weißen Laterne Claurer