Die Schöpfung

Die Welt von Exalted wird allgemein als die Schöpfung bezeichnet. Sie existiert als eine Existenzebene, eine Welt der Struktur und der Rationalität im gestaltlosen Chaos der Wyldnis. Die Schöpfung ist damit der Ursprung der Form. Die Stabilität der Welt wird durch die fünf Elementarpole gewährleistet, die die fünf Himmelsrichtungen der Welt bilden: Norden, Süden, Westen, Osten und Mitte. Die Schöpfung wurde einst zu Beginn der Zeit von den Urwesen, allen voran Gaia und Cytherea aus der Taufe gehoben und aus Essenz, dem Grundbaustein allen Daseins, geformt. Auf der Höhe des Ersten Zeitalters erstreckte sich die Schöpfung weit über ihre heutigen Grenzen hinaus, doch nach der Großen Seuche und der Invasion des Lichten Volks verlor sie etwas an Größe, als die Wyldnis an ihren Grenzen nagte.

Das Wesen der Schöpfung

Auch heute ist die Schöpfung keineswegs stabil, sondern an ihren Rändern in stetem Wandel begriffen. Die Elementarpole bilden dabei eine für die Bewohner der Schöpfung unüberwindliche Grenze, die ihnen den Weg ins Chaos versperrt. Allerdings bestehen an bestimmten Orten der Schöpfung auch kleinere Ansammlungen und Inseln des Chaos, die einen Weg durch das Strukturnetz der Schöpfung ermöglichen. Neben der Schöpfung und der Wyldnis existieren noch andere Ebenen der Existenz, die allesamt mit der Schöpfung verbunden sind. So existiert mit der Unterwelt ein düster verzerrtes Spiegelbild der Schöpfung, das den Seelen der Toten einen Ort bietet, wo sie verweilen und auf die Lethe warten können. Diese dunkle Nebenwelt kann auch von der Schöpfung aus über Orte erreicht werden, die durch schlimme Katastrophen und tödliche Tragödien dem Reich der Toten angenähert wurden, die sogenannten Schattenland, das. Daneben existiert noch Yu-Shan, die himmlische Stadt, in der die Götter Hof halten und in der sich das Gewebe des Schicksals, das befindet, aus das Prinzip von Ursache und Wirkung erst kommt und somit die Zeit der Schöpfung in geordnete Bahnen lenkt. Als letztes sei noch die Kerkerdimension Malfeas erwähnt, die Hölle, in der die Yozi-Prinzen über Heerscharen aus Dämonen herrschen und versuchen die Schöpfung nach und nach labil zu machen und vollends zu verderben.

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Einige Gelehrte behaupten gar, die Schöpfung sei das erste Artefakt gewesen, das je geschaffen wurde. Und tatsächlich handelt es sich bei der Schöpfung um nichts anderes als ein komplexes Gebilde aus Essenz, das regelmäßig “gewartet” werden muss. So muss während der fünf Tage andauernden Periode der Zeit der Eichung die Schöpfung auf den neusten Stand gebracht werden damit die Jahreszeiten, das Wetter und Sonne und Mond ihren gewohnten Gang gehen.

Die Geographie der Schöpfung

Die Landmasse der Schöpfung übertrifft dabei die unserer Erde um etwas mehr als das Doppelte, doch auch die Schöpfung ist zum großen Teil mit Meer bedeckt. Sie ist zwar unregelmäßig und gewölbt, aber keineswegs kugelrund. Vielmehr verfügt sie über einen zentralen Ankerpunkt, um den herum sich die stoffliche Realität der Schöpfung anordnet. Daher hat die Schöpfung auch insgesamt fünf Himmelsrichtungen, deren Eckpunkte die Elementarpole, die bilden. So gruppieren sich um die zentrale, mittlere Himmelsrichtung der Norden, der Süden, der Westen und der Osten. Die größte Landmasse ist dabei der riesige Kontinent, der die nördliche, östliche und südliche Himmelsrichtung bildet. Nach Westen hin erstreckt sich der große Westliche Ozean, der hin und wieder von kleineren Inselgruppen durchsetzt ist. Auch das Wetter kommt von den Elementarpolen, mit Hitzewellen aus südlicher und Kälteeinbrüchen aus nördlicher Richtung und Regen aus dem Osten und Westen.

Somit ist die Gesegnete Insel im Herzen der Schöpfung im wahrsten Sinne des Wortes “gesegnet”, werden ihr doch die klimatischen Gegebenheiten aller vier Elementarpole zuteil. Genau im Zentrum der Gesegneten Insel liegt der Elementarpol der Erde, die Achse der Schöpfung, der ruhende Nabel der Wirklichkeit, der sich fast bis zum Himmel erstreckt. Die Gesegnete Insel ist die Bastion des Scharlachroten Kaiserreiches, jenes dekadenten Imperiums, das die Welt seit fast 7 Jahrhunderten beherrscht. Um die Gesegnete Insel erstreckt sich das Binnenmeer, ein friedlicher seichter Ozean. Die zahllosen Stadtstaaten und winzigen Monarchien die sich entlang dieser Gestade aufrollen, sind dem Kaiserreich zumeist tributpflichtig. Diese Gebiete jenseits Binnenmeeres bezeichnet man im Volksmund auch als die Schwelle.

Im Norden des Binnenmeeres erstreckt sich raues, kaltes Land mit kurzen Sommern und langen Wintern, das robuste Tiere, aber kaum nennenswerte Feldfrüchte hervorbringt. Die meisten Kleinstaaten hier leben von Bergbau oder Landwirtschaft und stehen auch heute noch loyal zum Kaiserreich. Hoch droben im Norden liegt der Elementarpol der Luft. Das Land wird kälter und kälter je näher man diesem Elementarpol kommt – so kalt, dass alles bis auf die südlichen Gefilde des Weißen Meeres auf ewig unter einer Eisschicht verborgen liegen. Der hohe Norden ist eine Region der Schneestürme und des Eises, die nur von den Barbarenstämmen und besonders hartnäckigen Völkern bewacht werden.

Der Osten, der der Schwelle ist ein gemäßigter Landstrich mit langen Sommern und kurzen, aber rauen Wintern. Wo das Land bestellt wird, trägt es reiche Ernten. Lässt man es brach liegen, so kehrt schnell zu seinem natürlichen, bewaldeten Zustand zurück. Der mächtigste Staatenbund im Osten, der sind die Aaslande, eine Allianz kleiner Königreich und Stadtstaaten, die dem Kaiserreich noch nie Tribut gezollt haben. Weit im Osten, der liegt der Elementarpol des Holzes. Der Wald wird immer dichter, wenn man sich dem Pol nähert, bis er undurchdringliches Labyrinth von Astwerk und Unterholz bildet. Im fernen Osten, der hausen nur wilde Stämme, die sich von den Früchten des Waldes ernähren.

Der Süden der Schwelle ist ein sengendes Land, auf das niemals auch nur eine Schneeflocken fällt. Selbst an der Südküste des Binnenmeeres fällt die Temperatur nur selten unter den Gefrierpunkt. In Küstennähe ist das Land sehr fruchtbar, aber jenseits dieser Region ist Regen eher selten. Im tiefsten Süden liegt der Elementarpol des Feuers. Je näher man ihm kommt, desto unfruchtbar wird das Land und desto mehr werden die mediterranen Hügel von einer trockenen Sandwüste abgelöst. Die Städte des Südens sind riesige, vor Menschen wimmelnde Metropolen, deren Reichtum nur von ihrer Dekadenz übertroffen wird.

Im Westen, der weicht das Binnenmeer dem Westlichen Ozean. Die endlose Wasseroberfläche wird nur hier und dort von Inselketten durchbrochen. Nur wenige von ihnen sind groß genug, um Landwirtschaft zu erlauben – wer im Westen, der lebt, verlässt sich auf den Reichtum des Meeres. Einige Völker des Westen, der sind unermüdliche Händler und Kaufleute, während andere sich als Piraten durchschlagen. Trotzdem sind fast alle in ihrem Broterwerb von der wogenden See abhängig. Im entlegensten Westen, der liegt der Elemetarpol des Wassers, wo der Himmel die Farbe des Meeres annimmt und kein Eiland mehr die Anmut des Ozeans stört.

Die Schöpfung

Im Schatten der weißen Laterne Claurer