Die Kaiserlichen Wächter

Die Kaiserlichen Wächter, im Volksmund auch oft Schwarzhelme genannt, sind, die niederrangen Polizeibeamten und Stadtwachen des Reiches und gehören der Kaiserlichen Magistratur an. Als diejenigen, die das Gesetz der Kaiserin beim gemeinen Bauern und Bürger durchsetzen – wenn es sein muss auch mit Gewalt – ist ihre Reputation jedoch eine völlig andere als die ihrer Vorgesetzten: In den meisten bäuerlichen Volkserzählungen sind die Schwarzhelme Bösewichte und Unterdrücker, stehen sie doch für alles, was schlecht am Gesetz des Reiches und dessen Durchsetzung ist. Das plötzliche Auftauchen einer Gruppe Schwarzhelme ist ein schneller Weg, einen Marktplatz zu leeren oder alle auf dem Felde von ihrer Arbeit aufblicken zu lassen. Im Vergleich zu den Wächtern haben die Kaiserlichen Magistrate den Ruf edler Helden und Wohltäter haben, die nur ihrem starken Sinn für Gerechtigkeit verpflichtet sind.

Aufgaben

Die Kaiserlichen Wächter haben die Aufgabe, das Kaiserliche Gesetz und die öffentliche Ordnung mit allen Mitteln durchzusetzen. Dazu gehören das Inhaftieren von Verbrechern, das Beschützen von Städten und Dörfern vor Räubern und Banditen, das Ausheben von Diebesverstecken, das Niederschlagen von Aufständen und Unruhen und das Schlichten von Streitereien – und sei es mit dem Knüppel. Außerdem bilden die Kaiserlichen Wächter den langen Arm der Magistrate und werden von diesen für Einsätze herangezogen. Dabei haben die Schwarzhelme die Macht und das Recht, einen Bauern oder eine entrechtete Person noch vor Ort zu richten, ohne sich an einen Richter oder Magistraten wenden zu müssen – ein Umstand, der natürlich umso mehr zu ihrer berüchtigten Reputation beiträgt. Dieses Privileg gilt aber nur für das Ahnden kleinerer Vergehen durch Geldstrafen, Stockschläge oder Gefängnisaufenthalt von bis zu einer Woche. Patrizier und Dynasten dürfen nicht ohne Zustimmung eines Richters oder Magistraten bestraft werden – meist ist sogar beides nötig.

Die Kasernen der Kaiserlichen Wächter enthalten meist auch einen ausladenden Zellenblock unter der Erde. Patrizier und Bürger werden vor den Kaiserlichen Gerichtshof gebracht, solange es begründeten Verdacht für ihre Schuld an einem Verbrechen gibt und dürfen solange auch in einer Zelle untergebracht werden. Die Wächter haben dabei große Freiheiten, wen sie zur Untersuchung einsperren wollen, doch dürfen Patrizier und Bürger nur bis zu 5 Tagen festgehalten werden, bevor sie dem Richter präsentiert werden oder freigelassen werden müssen. Wenn ein Gefangener jedoch besonders einflussreich ist, kann bereits dies zu Problemen führen. Bauern dürfen von den Schwarzhelmen maximal einen Monat lang festgehalten werden, doch ein Bauer, der eine derart lange Zeit im Gefängnis sitzt, ist lediglich ein Beweis für die Faulheit und Unzulänglichkeit der örtlichen Wächter.

Ausbildung

Kaiserliche Wächter können aus allen Ständen und Bevölkerungsgruppen der reichischen Gesellschaft stammen, doch sind Wächter von bäuerlicher und bürgerlicher Herkunft am verbreitetsten. Dynasten und Patrizier wählen nur selten den schwarzen Helm zu ihrer Berufung, wenn sie nicht ohne Aussichten auf Erbe oder Unterstützung ihrer Familie sind oder von starken Idealismus getrieben sind und sie stehen schon bei Diensteintritt im Rang über einem Wächter niedereren Standes. Wächter aus ländlichen Regionen werden zur Ausbildung für einige Wochen in die Städte versetzt, um dort die Grundzüge ihrer Tätigkeit zu lernen.

Jeder Schwarzhelm muss am Ende seiner Ausbildung den Eid ablegen, die Stabilität und Ordnung des Reiches aufrecht zu erhalten und seine Bewohner und materiellen Güter vor Schaden zu bewahren. Abseits des Wortlauts dieses Eides, werden nur die hochrangigsten Kaiserlichen Wächter in die Feinheiten Kaiserliche Gesetzeswerk eingeführt. Die meisten haben nur rudimentäre Kenntnisse der Gesetze, die sie da eigentlich durchsetzen und lösen Probleme mit Kriminellen auf die auf die geradlinigste und unmittelbarste Weise, die ihnen einfällt. Dies muss nicht zwingend Gewalt beinhalten, doch sind die Schwarzhelme darauf trainiert effizient und geordnet vorzugehen anstatt erfinderisch oder diplomatisch.

Beförderungen von Kaiserlichen Wächtern sind in der Regel Sache des örtlichen Präfekten, dem aber Empfehlungen ausgesprochen werden können. Berufungen in den Rang eines Drachenlords müssen aber zuvor der Beratenden Versammlung vorgelegt werden, die über die Eignung des Kandidaten befinden muss – im Grunde aber eine reine Formalität. Über die Präfekten mischen jedoch auch die Großen Häuser kräftig bei der Rekrutierung, Beförderung und auch der Truppenstärke und Verteilung der Kaiserlichen Wächter in einem Gebiet kräftig mit. Wie bei allem haben die örtlichen Magistrate auch hier ein Mitspracherecht bei solchen Entscheidungen, doch in Zeiten wie diesen reicht ihre Autorität längst nicht mehr so weit wie einst. Besonders die Städte, in denen die Dynastie und die örtliche Unterwelt Hand in Hand gehen, sind chronisch unterbesetzt mit Schwarzhelmen.

Organisation und Hierarchie

Die Kaiserlichen Wächter folgen derselben Truppenhierarchie wie die Kaiserlichen Legionen. Die größte Organisationseinheit ist der sogenannte Drache, der 500 Mann umfasst und von einem Drachenlord (bzw. die Drachenlady) geführt wird. Ein Drache wird aufgeteilt in 2 Flügel mit je 250 Mann und je einem Flügellord zum Kommandanten. Flügel spalten sich in 2 Klauen mit je 125 Soldaten, angeführt von einem Klauenlord. Jede Klaue besteht aus 5 Schuppen von je 25 Soldaten unter Leitung eines Schuppenlords. Schließlich kann jede Schuppe noch in 5 Fänge mit je Soldaten und einem Fanglord an der Spitze aufgespalten werden. Wo bei der Kaiserlichen Armee hauptsächlich die größeren Truppenteile wie Drache, Flügel und Klaue eine Rolle spielen und die Einteilung in Schuppen und Fänge bloß einem organisatorischen Zweck dient, ist es bei den Kaiserlichen Wächtern umgekehrt. Im Wächterdienst sind es hauptsächlich einzelne Schuppen und Klauen, die zum Einsatz gebracht werden, während Drache, Flügel und Klaue dazu dienen, die Einsatzgebiete der Truppen besser zu organisieren. Kommandanten der höheren Ränge sind insgesamt auch viel mehr mit Papierkram beschäftigt als die der niederen.

Generell ist in allen größeren Städte des Kaiserreiches zumindest ein Drache an Kaiserlichen Wächtern im Einsatz. In Metropolen wie Arjuf, Juche oder der Kaiserlichen Stadt können es gar bis zu 5 Drachen sein. Auf der anderen Seite hat jeder Weiler und jedes größere Landgut zumindest einen Wächter, um dort für Ordnung zu sorgen, in den meisten Fällen sind es aber wenigstens zwei. Sollten sie dem Chaos vor Ort nicht mehr Herr werden, schicken sie nach Verstärkung aus der Stadt. Wächtern auf dem Land fehlt

Ausrüstung

Imposantes Auftreten ist das wichtigste Werkzeug der Kaiserlichen Wächter. Ihr Spitzname Schwarzhelme trägt dem Rechnung, sind ihre charakteristische Helme doch vielleicht das Eindrucksvollste und Einschüchterndste an ihnen: Sie umschließen den gesamten Kopf und ihr schwarzer Stahl glänzt gefährlich, während ihr maskenartiges Visier jedem Bauern Schauer über den Rücken laufen lässt. Die schwarze Färbung setzt sich auf ihren leichten Lederrüstungen fort, durchbrochen vom Scharlachrot des Kaiserreiches für Borden und Verzierungen. Die Uniform ist standardisiert und jeder Kaiserliche Wächter trägt sie.

Die Waffen der Kaiserlichen Wächter werden je nach Einsatzsituation ausgegeben. Wächter auf Streife tragen kleine Schilde und Knüppel, sowie Kurzschwerter, falls es heikel wird. Solche, die für Wachaufgaben eingeteilt sind, greifen eher auf Speere zurück. Auch Kurzbögen gehören zur Standardausstattung der Kaiserlichen Wächter, werden aber nur ausgegeben, wenn die Lage es erfordert.

Allen größeren Niederlassung der Kaiserlichen Wächter stehen außerdem eigene Stallungen zur Verfügung. Reiten gehört zur Grundausbildung eines jedes Wächters und viele sind auch geschickte Sprinter und Langläufer. Im Dienst ist es offizielles Vorgehen, immer einen Wächter zum Boten abzustellen, der sogleich den nächsten Posten seiner Kameraden informiert, damit alle vorbereitet sind, wenn ein Einsatz aus dem Ruder läuft. Neben einer Magistratur als Hauptquartier unterhalten die Wächter in Städten zahlreiche dieser Außenposten und Wachstuben, von wo aus die Patrouillen durchgeführt werden. Auch gehört zu jeder Niederlassung der Wächter in einer Stadt Taubenschlag und ein Signalturm, damit dringende Nachrichten von dort aus schnell verbreitet werden können.

Die Kaiserlichen Wächter

Im Schatten der weißen Laterne Claurer