Haus Iselsi

Hauselement: Wasser
Hausfarben: Violett und Schwarz
Hausvorstand: Keiner; offiziell ist das Haus zerschlagen worden
Gründungsjahr: RJ 378

Beschreibung

Das Mon von Haus Iselsi

Das Haus Iselsi ist eines der 11 Großen Häuser der [[Die Scharlachrote Dynastie]Scharlachroten Dynastie]]. Oder vielmehr: Es war eines dieser 11 Häuser. Vor langen Jahren zwang die Scharlachrote Kaiserin, nach einem missglückten Attentat auf ihre Person, das verantwortliche Haus Iselsi dazu, das Kaiserliche Refugium zu verlassen. Im gleichen Atemzug nahm sie dem Haus sämtliche Titel und Ämter und verpflichtete es zu empfindlichen Strafen. Die Familie zog in den Hehren Palast, den Haupttempel des Unbefleckten Ordens, wo sie bis heute im lebt. Die Iselsi sind schon immer Unterstützer des Glaubens gewesen und auch wenn sie genau genommen nicht sonderlich fromm sind und das Prinzip des Asyls schamlos ausnutzen, können die unbefleckten Geistlichen sie nicht einfach vor die Tür setzen – der Einfluss, den diese Familie hat, ist einfach noch immer zu groß. Viele junge Iselsi treten in den Orden ein, doch die Familie verfügt auch über mehr als genug verlorene Eier an wichtigen Stellen des Kaiserreiches. Die Ältesten des Hauses verbleiben jedoch die meiste Zeit im Hehren Palast und wenn sie ihn verlassen, reisen sie inkognito. Zwar liegt der Skandal, der den Sturz der Iselsi zur Folge hatte, gut 200 Jahre in der Vergangenheit, doch der Fall könnte im Streit um den Thron noch immer von anderen Häusern als Vorwand genutzt werden, um die Familie zu zerstören.

Das wäre aber gar nicht nötig: In den Jahrhunderten seit ihrer Schmähung hat die Familie sich sehr gut allein an den Rand des Ruins getrieben. Zum Teil aus Zwang und zum Teil aus Absicht hat die Familie, die fast nirgendwo mehr öffentlich auftritt, ihre Ländereien verfallen lassen. Viele Herrscher der Schwelle, die dem Kaiserreich jetzt Schwierigkeiten machen, gehörten früher zu den Vasallen von Haus Iselsi. Die Familie besteht darauf, dass die Tribute weiter eingetrieben werden, doch seine Abwesenheit von der Beratenden Versammlung, dem Das Kaiserliche Refugium und den Kaiserlichen Legionen lässt diesen Anspruch nahezu wirkungslos verhallen. Das einzige Mal in 100 Jahren, dass ein Senator des Hauses vor der Hohen Kammer gesprochen hat, war um die Versetzung des Hauptquartiers des Ordens in die Kaiserliche Stadt zu verhindern.

Jüngst hat Haus Iselsi seine Beziehungen zu kleineren, besonders religiösen Präfekturen auf der Gesegneten Insel selbst verstärkt. Dies hält die Schatztruhen der Familie gefüllt und der Einfluss, den das Haus beim Orden hat, erlaubt es Geistliche der Familie in diese von der Ordensführung eher übersehenen Gebiete zu entsende, die sich um die lokale Verwaltung kümmern. Vom Hehren Palast aus leiten einige Älteste des Hauses zudem das Allsehende Auge, den Geheimdienst des Reiches. Dies wurde damals von der Kaiserin höchstselbst veranlasst, brachte sie dem Haus doch nicht nur den gesellschaftlichen Ruin, sondern band es zugleich an ihre Gunst und schaffte Möglichkeiten für es, sich im Geheimen zu beweisen. Offiziell ist das Auge unter der Kontrolle von Haus Tepet, doch alle seiner hochrangigen Offiziere sind Iselsi – und ihre Loyalität zu ihrer Familie ist eisern.

Führung

Man kann nicht sagen, dass Haus Iselsi von jemandem geführt wird. Kein Rat leitet es. Kein mächtiger Ältester spricht für es. Kein Oberhaupt irgendeines Haushaltes trifft Entscheidungen für es. Das, was einer Führung im Haus am Nächsten kommt, sind die Ratschläge und Ermahnungen, die die älteren Hausmitglieder den jüngeren mit auf den Weg geben. Ein paar von ihnen werden sogar befolgt.

Allerdings bedarf es auch keiner Führung – es gibt ja kaum ein Haus, dass zu führen wäre. Die Familie ist zersplittert und ihre Mitglieder sind gezwungen, inkognito zu reisen. Sie hat keine Chance beim Kampf um den Scharlachroten Thron. Ihre einzige Hoffnung liegt darin, dass jemand an die Spitze des Reiches kommt, der sie nicht auslöschen oder den Hehren Palast in die Kaiserliche Stadt verlegen möchte. Die anhaltende Präsenz des Hauses ist ein offenes Geheimnis in der Dynastie, doch die anderen Familien halten Haus Iselsi entweder für einen Spielball der wirkliche Mächtigen oder ein Ungeziefer, dass es zu zertreten gilt.

Blutlinien

Statt sich lediglich in eine Handvoll klar unterscheidbare Blutlinien teilen, ist Haus Iselsi inzwischen bis zur Unkenntlichkeit zersplittert. Bevor das Haus in Ungnade fiel, gab es jedoch drei maßgebliche Haushalte. Der erste wurde von Iselsi Yamah begonnen. Er konzentrierte seine Tätigkeit auf das Allsehende Auge und andere, wenig populäre Aktivitäten wie Meuchelmord, Waffenschmuggel in die Schwelle und das Ausspionieren von allem und jedem. Nach dem Fall des Hauses opferte Iselsi Yamah viel seines Einflusses, um die Position seiner Familie im Allsehenden Auge zu erhalten. Sein Haushalt war schon vor langer Zeit zu einer Schachfigur geworden, die den lenkenden Mächten des Reiches komplett unterworfen war, doch schaffte er es, ein letztes Bisschen seiner Identität und seines Einflusses als Agent des Reiches zu erhalten. Dennoch: Man wird niemanden aus Yamahs Linie finden, der offen als ein Iselsi lebt. Von einige der entfernteren Zweige der Familie hat man bereits vergessen, dass sie überhaupt von einem dynastischen Haus abstammen.

Der zweite Haushalt wurde von Iselsi Manoton gegründet und hat eine leichte militärische Veranlagung. Sehr zum Unglück von Manoton war sein Haushalt noch sehr jung und hatte in Sachen Haustruppen erst wenig aufgebaut, als das Haus fiel. Es war Manotons Haushalt, der am meisten unter den Nachwirkungen des misslungenen Attentats auf die Scharlachrote Kaiserin zu leiden hatte. Viele seiner Mitglieder starben beim Attentatsversuch selbst, der verhängnisvollen Militärkampagne, auf die er folgte, oder der Verteidigung der Mitglieder des eigenen Haushalts gegen die Häscher des Throns. Inzwischen ist Iselsi Manotons Haushalt in Vergessenheit geraten.

Die dritte Linie, welche auf Iselsi Savenis zurückgeht, engagierte sich in allen Belangen, die den Wissenschatz des Hauses förderte. Es machte dazu ebenfalls Gebrauch vom Allsehenden Auge, doch es schickte auch Verschworene Bruderschaften junger Drachenblütiger in die Schwelle, um alles über die Kulturen und Landstriche dort in Erfahrung zu bringen. Viele Abkömmlinge dieser Linie leben noch immer in der Schwelle und einige von ihnen führen sogar noch den Familiennamen Iselsi, wenn auch in Gebieten, die dem Reich maximal neutral gegenüberstehen. Auch wenn die meisten Dynasten, die von dieser Blutlinie wissen, sie als ein Haufen Verlorene Eier ansehen, unterhält die Yamah-Familie einige spärliche Kontakte mit diesen Exilanten. Nun, da die Kaiserin fort ist, wir die Zusammenarbeit aber viel stärker und bestimmte Individuen reisen zwischen den Familiensitzen hin und her.

Wirtschaft

Haus Iselsi liegt im Sterben, zahlenmässig, wie auch finanziell. Es wird ein langer, langsamer Todeskampf sein, doch es ist ein Todeskampf. Die Iselsi haben keine Vertretung in der Beratenden Versammlung mehr. Es hat keine Legionen und offiziell auch keine Satrapien unter seiner Kontrolle. Es kann nicht offen kommerziellen Bestrebungen folgen, also müssen alle seine Handelsgeschäfte notwendigerweise klein und geheim sein. Das Haus kann nicht riskieren, die Aufmerksamkeit seiner entfernten Verwandten zu erregen, und da seine eigenen Mitglieder nicht offen in andere Häuser einheiraten können, wird sein blaues Blut mit jeder Generation immer dünner.

Die Iselsi füllen ihre Truhen, indem sie sich mit verschiedenen religiösen Gemeinden überall im Reich eingelassen haben, doch nur wenige dieser Gemeinden sind wohlhabend, sodass diese Taktik den schleichenden Verfall des Hauses eher hinauszögert denn verhindert. Die Iselsi haben außerdem eine starke Präsenz in den Städten Ashra, Guin, Nobel und Spinnbrück und hat Spione nach Nishimo, Cloaka, Traiter und andere Städte entsandt, doch es muss sich in Zurückhaltung üben.

Ziele und Bündnisse

Die Ältesten der Iselsi teilen ihre Anstrengungen momentan in viele verschiedene Richtungen auf. Gerne würden sie Einfluss auf den Streit um den Scharlachroten Thron nehmen. Ihr wichtigstes Ziel ist, dass Mnemon, die älteste lebende Tochter der Kaiserin, ihn nicht besteigt und sie sind dazu bereit alles zu, um das zu verhindern – Meuchelmord eingeschlossen, so es nötig ist und es gelingt (was unwahrscheinlich ist).
Mnemon würde den Sitz des Unbefleckten Ordens in die Kaiserliche Stadt verlegen und die Iselsi wieder auf Asylsuche schicken und so jede Gelegenheit für das Haus, sich zu erholen, zunichte machen. Das momentan favorisierte Haus der Iselsi ist Haus Sesus. Es hat enge Verbindungen zu Haus Mnemon, ist aber letztlich nur an sich selbst interessiert. Die Sesus haben außerdem eine reelle Chance auf den Thron und genügend verruchte Laster und Leidenschaften, die die Iselsi als Druckmittel einsetzen könnten. Die zweite und dritte Wahl der Hausältesten sind die Häuser Ledaal und Tepet, doch keines dieser Häuser wird wahrscheinlich auf den Thron kommen, also setzt es lieber direkt auf einen Gewinner.

Unter den Iselsi herrscht lange die Debatte, ob man das Zentrum des Hauses nicht in die Schwelle verlegen solle. Mit jedem Jahr wächst der Einfluss der Mnemon im Orden. Während die Stimme des Friedens darauf beharrt, den Iselsi auch weiter Asyl zu gewähren, wie es den Idealen des Ordens entspricht, ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis die Ressentiments gegen die Iselsi auch im Hehren Palast über ein kritisches Level hinaus anwachsen. Die Iselsi laufen auch Gefahr, ihre letzten Sicherheiten zu verlieren, sobald der Nachfolger der Kaiserin feststeht und sie bevorzugen lieber frühzeitig zu gehen, bevor sie wie Freiwild gehetzt werden.

Die Position der Iselsi als die rechte Hand der Kaiserin erlaubte ihnen viele Hausmitglieder unter der Hand in sichere Lagen und Ämter zu manövrieren. Diese Macht wurde jedoch durch den Umstand eingeschränkt, dass die Kaiserin jederzeit die Vernichtung des Hauses hätte befehlen können. Nun, da die Kaiserin fort ist, hofft das Haus einige seiner Mitglieder wieder an andere dynastische Häuser zu verheiraten, und sie so wieder zu Einfluss kommen zu lassen. Es ist ein gefährliches Spiel, aber die Iselsi haben nichts mehr zu verlieren.

Haus Iselsi

Im Schatten der weißen Laterne Claurer